Donnerstag, Juli 31, 2014

Baluster-Baluster

Rudimentääääär



Ich mag es ja ein wenig natürlicher, gerne rudimentär, fragmentär :) Ja, unvollkommen bedeutet das  doch. 
Bruchstücke eines Ganzen, aus dem Üblichen losgelöst und neu verwendet. Das macht eine eigene Welt schließlich aus, macht sie so unverwechselbar.
Im eigenen Reich können wir auf diese Weise etwas erschaffen - und mit Stimmung aufladen - zumindest versuche ich das.

Wir haben im Wohnzimmer eine tote Ecke. Hatten es mal als Kuschelecke eingerichtet, es bot sich förmlich an für eine Eckcouch-Lösung. Doch es fühlte sich dort partout keiner wohl. Warum das so ist, das weiß ich nicht. Aber es ist so. Vielleicht, weil man von dort nicht rausgucken kann...

Und so nutzen wir diese Ecke nun anders. Die Auflagen für die Balkonmöbelchen türmen sich hier des Nachts, wenn wir sie abends hereinholen, oder das Wetter einfach zu schlecht ist. Soweit zum Nutzen.
Doch als Blickfang... habe ich eine Klosterbank kreiert.
Nein, keine Kirchenbank, so eher einen kleinen Natur-Andachtsaltar, auf den im Jahreszeitenwechsel etwas Natürliches kommt - und natürlich ein, zwei dicke Klosterkerzen.

Ganz einfach, ganz natürlich, ohne viel Schnickschnack und Frou-Frou-Gedönz. 
Sagt man hier in Hamburg, fand ich immer so lustig.... Gedönz...
Das einzige Gedönz ist ein wenig Méakunst. Hier baumelt nämlich MEINE kleine Elfe und kichert sich eins hinter kleiner, vorgehaltener Hand. An einem verschlissenen, schon eine wenig eingeschmuddelten (schööön natürlich eben) Seidenband.


Als Schal am Fenster hängt antikes Leinen, das ich unten ein wenig aufgelöst habe (ja, da haben wir es wieder ;). Das heißt, ich habe den Schussfaden herausgezogen (aus solchen Resten mache ich gerne Quasten). 
Dann habe ich das Ganze quer über Kreuz verflochten, fertig. Finde ich so viel schöner, als dass man unten umbückt...
Und wie in Frankreich in Schlössern üblich, muss das Ganze ein wenig zu lang sein, um großzügig zu wirken. Mag ich sehr - warum nicht? Weil MAN das nicht so hat?? Haha. Wir schon. Voilà.





Als Stangen oben dienen patinierte Eisenstangen vom Baumarkt.




Aber hier nun zur kleinen Klosterbank. Ein schwerer Stein-Baluster diente als Basis. 


Das Wort habe ich immer mit zwei l geschrieben - aber da es ein Bruchstück einer Balustrade ist und mit Ball nix zu tun hat, 
nun, also mit einem l ;))
Darüber kam ein Hartholzbrett, dessen Maserung wir mit einer Kupferbürste regelrecht in Faserrichtung herausgescheuert haben. Ich patinierte es wie Stein. Somit passt es zu Baluster und Wand, ist aber nicht so ... kalt. Und man kann es ja auch leichter bearbeiten und in Form und gewünschte Größe bringen.
Die Wand (wir haben richtig dicke alte Steinwände - herrlich) haben wir dann aufgepockelt und das Brett ein klein wenig darin versenkt. Auch über Eck. So hat es Halt. Verfugt wurde übrigens schnöde mit Silikon, das übertüncht ist. Jawohl, hält seit Jahren problemlos, obwohl es eine Südwand ist.

Die grauseligen Steckdosen habe ich mit einem Bruchstück eines Wintergartenfrieses abgedeckt. Ganz leichtes Zinkblech ist das. Man kann das übrigens hochklappen und die Steckdosen somit problemlos verwenden. Ja, ich weiß - macht Man auch nicht ;))

 
Wenn die Klosterkerzen dann am Abend die grobe Wand beleuchten, hach, dann ist das tote Eck mit goldenem liebevollen Leben erfüllt. Solange unser Kater nicht wieder auf die Idee kommt, sich seine superlangen Barthaare zu ondulieren - der Dussel ist leider von Kerzen (dem Flackern...) magisch angezogen. Die natürliche Abscheu vor Feuer scheint ihm fremd.

Somit hat unser Wohnzimmer nicht nur Atelierscharakter, sondern irgendwie auch etwas von einem Wintergarten. 


Ja, es soll kuschelig, betriebsam aber doch reduziert und natürlich sein in diesen Räumen. Das lässt einen atmen :))

Wir sind mit solchen Dingen glücklicher als mit einer Kommode oder Glasvitrine, in der Sachen sind, die wir eh nicht brauchen. Sachen...
Eine Vitrine hatten wir auch mal, ganz verschämt am linken Bildrand... - haben wir aber bald verkauft, hat zu wenig "gelebt", ja, war uns zu unnatürlich.

Ihhh, wie anders sich alleine das kleine Bild anfühlt, neeee


Wir haben noch einen anderen Baluster hier. Der war stark angefressen, aber das derart pittoresk, dass ich ihn haben musste - eine Skulptur, hmmmmmmm... 
Und auch hier meine Augenweide, ja, ich, die Méa, finde sowas ein absolutes Muss-Haben. 
Ne schööööne dicke Klosterkerze drauf. Vor einer groben Wand.




Ach, Ihr Lieben, und dann fühle ich mich zuhause, so viel mehr braucht´s da nicht, denn in meinem Kopf ist da ein Wort. 
Ich finde es magisch.
Demeure 
("Demöööhr" gesprochen).
Gemäuer... 
In einer Stadtwohnung solch eine Stimmung einfließen zu lassen, das war unser Wunsch, um unsere Sehnsucht ein wenig zu leben.
Gemäuer... Ja...
Und mit Bildern aus einer französischen Zeitung, die ich mir mal aufhob, möchte ich diese Leidenschaft ein wenig mit Euch teilen. Ein wenig davon habe ich uns hier hereingeholt. Reicht ja ein bisschen. Ein klein wenig... Illusion, doch man fühlt es. Und damit ist es keine Illusion mehr.


Source unknown - kept from an old French Magazine about "la vie simple"


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In diesem Sinne,

Eure Méa, 
die königliche Träumerin
vor den "demeures" ;)


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Samstag, Juli 26, 2014

Das war so... - von Fauteuils und Kerkestagern

Patienten in Méas Welt

Ich hatte da etwas zuhause stehen, und das stand in meinem Atelier. 
Es jammerte oder litt still vor sich hin, und alles rief nach der seltsamen Frau, die hier ein unerbittliches Regiment über Formen und Farben führt.
Die Füllhörner waren sogleich höchst besorgt, sie versuchten zu trösten und abzulenken, sogar tollkühne Turnübungen machten sie, 
die noch nicht einmal fertig gestaltet waren.




Und so ließ die Méa alles liegen und stehen, die Küche blieb kalt - was bei der Sommerhitze ohnehin ratsam war - und ging ans Werk.

Am schlimmsten dran waren zwei völlig verunstaltete Fauteuils. Nur einer von ihnen ließ sich überreden, auf das Bild zu kommen - und das auch nur von hinten, damit man die fetten Polsternägel dicht an dicht nicht so sähe. 
Der andere rannte aus dem Bild und versuchte aus Scham, sich zu verstecken...





Gelblicher Lack wie Plastik erstickte das wundervolle Hartholz (!), es musste geschliffen werden, unbedingt! 
Und dann schnell einen Lack über all die Wunden, der atmen lässt. Zum Schluss wurde alles noch bepudert...
Aber dieser Samtstoff in diesem traurigen Bleu, nein, das ging ja gar nicht. Also ab mit dem lausigen Kleidchen und rauf mit dem schönen Leinen, dachte sich die Méa da.






Und sie polsterte und kloppte, erwischte ein paar Mal ordentlich ihren Daumen, doch schließlich ...
Ahhhhh, eine Erlösung für die Augen.



Hier nochmals Vorher und Nachher in Gegenüberstellung


Ja, und nun traute sich auch das zweite Fauteuil aufs Bild, wie Ihr seht - es hatte Hoffnung geschöpft... und es wurde belohnt. Es wurde genauso wunderschön. 
Ein wenig begischtet mit Wasser wurden sie noch, dann zog sich alles perfekt hin.

Doch noch herrschte Aufruhr. Es gab weitere Patienten im Wartezimmer!




Und diesmal, oh, diesmal hatten sie sogar schlimme Verletzungen!



Die schlimmsten erspare ich Euch - aber es war arg schlimm, 
es fehlten ganze Teile, sogar Zehen... Schrecklich!

Einige Lagen Spezial-Zaubermasse mussten aufgetragen werden, um diese Wunden zu heilen.




Zur Kur kamen sie zum Trocknen in die Sommerfrische. 
Es dauerte einige Durchgänge...
Dann wurden sie an den Lagen zurechtgeschliffen und dann patiniert. 
Unglaublich, wie geduldig sie waren...




... während der Kleine bereits gegrimmelt ein Puderbad nahm, bis er sich mit einem letzten Finish zu den Großen gesellte.



Und dann... Voilà, wie froh alle dann waren, so majestätisch schön geworden zu sein.





Die Füllhörnchen aber, die freuten sich so, dass sie nur noch Blödsinn mit ihnen trieben. So wild, dass eines vor Lachen herunterfiel und sich dort weiter schlapplachte...
Ich muss es wohl schnellstens fertig modellieren, das Schlawinerchen ;)


Ja, und dies ging dann so lange in diesem Königreich, bis selbst die vornehmen und würdigen Kerkestager angesteckt wurden und nur noch Blödsinn anstellten -
aber seht selbst...







Nun, aber ich kann es ja schließlich selbst am Besten verstehen, ist die Königin dieses Reiches doch selbst unheilbar albern, wie Ihr nicht zuletzt an dieser Geschichte seht.

Ende gut, alles gut


Alles Liebe, 

Eure Dr. Méa


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Mittwoch, Juli 23, 2014

Die Wunderschönen - Méas Blumen


Das "Alltagsleben" in Méas Welt


Während ich die letzte Zeit damit verbrachte, emsig Aufträglein zu verpacken und zu verschicken,







... und neue Kerlchen aus meinem wilden Völkchen entstehen wollten...



... da hatte ich ein Idee. Habe ja keinen Garten und sehe ständig Eure wundervollen Posts mit all den schönen Blumen, seufz... 
Und hier an meinem Minisüdbalkon ist mir auch noch die langjährige Clematis eingegangen, die immer so schön wucherte, und in meinen Kästen sieht es trostlos aus und, na, da hab ich mich ein wenig getröstet.

Ich entwarf parallel nämlich eine neue Méa-Blume. 
Nicht, dass es nicht schon die "Wunderschönen" gegeben hätte, aber ich habe sie weiterentwickelt, da mir keine Ruhe ließ, dass sie noch so artig waren. 
Mit "richtigen" Staubfädchen wollte ich sie haben, und ein wenig wilder, fetziger sind sie auch geworden, was mir sehr gefällt. 

Das nicht zuletzt deshalb, weil mir etwas in einen Pott fiel - 
und einen ganz verrückten Effekt erzielte, über den ich mich dolle freute.
Ja, der Zufall half, und die Méa ist seither passionée ;)

(Das Mittlere im Kelch klingelt übrigens ganz zart bei Bewegung.)

Hier ein Bild, das eine liebe Freundin von meiner Blume machte :))



 Und ein paar weitere von mir zur Ergänzung









Ebenso bekommen die Orchideen ab jetzt auch Staubfäden!
Ui, ich freu mich... hier haben sie noch keine...




aber hier! :)











nur die kleine Apfelblüte, die bleibt so, denn die ist niedlich, wie sie ist.




Ja, und dann sieht es wieder so aus im Königreich...








... und wir haben die Deko unsrer eigenen Art, die einfach durch das Herumstehen der "Arbeitsmaterialien" (ich nenne das "Schätze"!) entsteht. 
Sie ist uns die absolut liebste.
Es sind lebendige Bilder, die durch das seltsame Sosein der Méa und ihr kleines Schaffen entstehen. 

Bilder, die sich stets verändern und uns begleiten,
wie hier: 
Fein-Leinen, Seide, Organza und Flachs haben sich mit einer Orientspitztüte zum Stelldichein eingefunden...




Das lässt mich in der Frühe tief durchatmen, mich auf den Tag in meinem Atelier freuen und zutiefst dankbar sein. 

Eure Méa, 
die völlig Verblümte



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Samstag, Juli 19, 2014

Ein Waschtisch aus Belgien

Maria und Josef und der kleine Waschtisch




Vor einer Trödelhalle stand ein Waschtisch. Er war mit Kerzen dekoriert und einem Weihnachtskranz. Wilde große Kiefernbündel lehnten zu seinen Füßen. 
Es war ein anderer Waschtisch als die, die man sonst so sah, und er machte sich als abgefahrene Weihnachtsdekoration der endlich einmal anderen Art phänomenal.
Er war massiver, viel massiver als die Waschtische, die man so üblich sieht - die, die gleich kippeln, wenn man sie nur ansieht und nur Blech sind.
Nein, dieser hier war schwerer, viel viel schwerer. Und die Bördelung, also die Rundformung des Metalls und die Krümmung waren wunderschön und solide gearbeitet.

Das kleine erhöhte Ablagebord aber ließ mich ins Träumen kommen... Darauf eine gute Seife, so ein rustikaler Block... Daneben ein altes Apothekerglas...
Ihr kennt das bestimmt nicht, dass Ihr immer gleich schon dekoriert, das geht sicher nur mir so ;))

Und ich und der König, wir träumten sogleich weiter, ach, wenn man doch solch einen in Funktion setzen könnte und selbst haben, als Waschtisch eben, solche noch hergestellt würden, man die mit Armaturen kaufen könnte... Oder alte Armaturen fände, noch besser.... 
Doch wer sollte die dann einbauen??

Ja, der Waschtisch hatte es uns angetan. Für 180,-- sei er zu haben, meinte die Händlerin dann da in all unsere Gedanken und Träumereien. Wir guckten uns an.
Na dann? Das konnten wir gerade so berappen. Und wir schlugen zu. 

Ärgerlicherweise rief sie uns später an, sie habe sich vertan, das sei der Einkaufspreis gewesen. Sie müsse mindestens 320,-- haben. 
Das war nicht witzig. 
Aber hergeben konnten wir ihn nun auch nicht mehr. 
Also gab es dieses Jahr keinen neuen Winterstiefel für König und Königin. Dafür aber einen Waschtisch. 
Ohne Innenleben - ohne Armaturen.




Später dann hörten wir von einer Firma, die auch auf spleenige Leute einginge. Allerdings für reiche Leute. Aber es half ja nichts, wie er war, konnte der Waschtisch ja nun nicht bleiben.
Und so gingen wir auf Pilgerfahrt in ein außerhalb der Stadt gelegenes Gebiet. Ohne Auto. Dafür mit Kinderkarre. Der Waschtisch hing halb innen, halb außen darauf, das zugehörige Kleinkind auf des Vaters Armen. 
Die schwangere Mama,
in grauem, viel zu großen Wollwalkmantel und Kuttenkapuze gegen den einsetzenden Regen, stapfte tapfer nebenher, den Wagen schiebend.

So kamen wir an der Werkstatt des Herrn L. an. "Streicheleinheiten für das Bad" hieß die Firma. Das fanden wir schön.
Doch wir hatten die Befürchtung, dass man uns hier mit hoher Nase abweisen würde.
Wir sollten uns getäuscht haben. 

Der Herr des Reiches selbst empfing uns freudestrahlend. Er war begeistert, dass wir den alten Waschtisch transportiert hatten wie ein Baby und nicht etwa mit einer schnöden Kutsche vorgefahren wären. 
Er meinte, es habe nur noch der Esel gefehlt, dann wäre es perfekt gewesen: Maria und Josef mit Söhnchen (die Maria in grauer Spitzwollkutte).
Das erste, was dieser gut aussehende, elegant gekleidete Mann dann allerdings machte, plättete uns vollkommen. 
Er nahm unsren kleinen, sehr wilden Rabauken hoch und spielte Flieger mit ihm, sauste mit ihm hin und her. Völlig entzücktes Keckern aus dem kleinen Bauch unseres Sohnes heraus erfüllte die Ausstellungshallen.
Allein hierfür schon und diese Begegnung waren wir dankbar, dass wir so "verrückt" gewesen waren - wir hätten all das nie erlebt, und auch die wundervolle Welt dieses Mannes, der sich sein Reich hart erarbeitet hatte. 
Mein Gott, und WAS es da alles zu sehen gab an alten, edelst erneuerten Wannen, Armaturen, Waschtischen usw.! Ja, hätten wir nicht diesen "Spleen", die Spinnerei gehabt, nie hätten wir das erlebt. Manchmal kommt man eben durch Verrücktheiten ... anderswohin :)

Und dann ging es tatsächlich an den Waschtisch. Da habe er noch Armaturen aus Paris, meinte Herr L., ein wenig zerbrochen die Schilder, aber wenn wir so etwas mögen würden? Ah, und noch einen edlen Siphon, eine "Zwiebel", ja, die würde doch passen. Einen Brühschutz müsse man aber bei dieser Variante einbauen, das wäre hier die Lösung für das heiße Wasser...

Als Höhepunkt aber förderte er tatsächlich ein passendes altes Waschbecken aus seinem unendlichen Fundus zutage. Von einem ehemaligen Kinderwaschtisch. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass es damals extra Kinderwaschtische gegeben hatte!
Kurzum, liebevoll und dann höchstselbst (allerdings hierzu im Blaumann), machte der wundervolle Herr L. unsere Träume wahr. Er hätte es ja auch einen seiner Mitarbeiter machen lassen können, tat er aber nicht.

Ja, er hatte eben selbst ein Faible für die alten Dinge, und er ist einer der Wenigen der menschlichen Gattung, der sein Handwerk von der Pike auf beherrscht. 
Einer, der es über alles liebt, daher so gut darin ist und stolz darauf ist, anstatt es als notwendiges Übel zum Geldverdienen anzusehen.
Nun, unsere uneingeschränkte Bewunderung, sie war ihm sicher. 

Und aus dem VORHER... 





Wurde tatsächlich endlich ein NACHHER




Unser Traum wurde wahr. Ein alter Waschtisch als... Waschtisch! Nix nur Deko :))

In der Türe links im Bild ist eine kleine Besonderheit eingebaut. Dort im Belüftungseinsatz. Ist die Badetür nämlich "fermé", kann der Hoflöwe trotzdem Toilette machen - wo kämen wir denn sonst auch hin! Ein Entrée für die königliche Fellnase :)), vulgär auch Katzenklappe genannt.

Das Schränklein links, Marke Eigenbau, beherbergt so manches, unter anderem die mit Metallring gesicherten Zahnputzbecher aus Emaille in der obersten Schublade.



In den Tiegelchen mit den Silberdeckeln ruht ein Sheabutter-Öl-Honig-Gemisch und unser Kokosöl, links unten im Glas das beste Peeling der Welt - Milchzucker! :)) 
Das Emailleschüsselchen beherbergt Gesichtsseife aus Aleppo.

Und die alten Faucettes, gerade so angekrackst so schön.


 


Schwanenhals-Faucettes, jawohl ;)
Hier stört mich nicht einmal das Messing - und das will bei der Méa was heißen.



Den blöden goldenen Rahmen aus der gleichen Trödelhalle allerdings patinierte ich. 

Wir haben den Rahmen verkehrt herum genommen, da er so einfach besser wirkte. 
Dann ersetzte ich noch fehlende Teile des Rahmens mit eingearbeiteten Bruckstücken meiner Engelsschwingen. Voilà.




Erkennt Ihr das Teilstück?



Die schrecklich tantige Messinglampe wurde ebenso gegrimmelt und patiniert. Nun fiel uns erst ihre Formschönheit auf!
Die broncenen Ketten lassen die Illusion entstehen, die Lampe trüge den Spiegel, als sei sie der Haken. Doch der Spiegel ist natürlich fest in der Wand verankert.



















Der kleine Ikea-Ziehharmonika-Spiegel rechts bekam mit Silikon einen alten Silberspiegel aufgedrückt, der seines Griffes beraubt wurde. Zwei Lupenseiten nämlich wollte ich nicht.

Eines Tages leiste ich mir auch noch einmal schöne Lichtschalter und Steckdosen im Bad - doch hierauf muss ich noch ein wenig warten...

Damit aber nun dies alles, was ich über das Bad gepostet habe, jetzt nicht verwirrend wird, 
da ich das Thema ja auf mehrere Posts aufgeteilt habe, 
hier ein kleiner Badüberblick für Euch:













Falls Ihr mehr hierüber sehen und lesen wollt, hier könnt Ihr auf die anderen Posts klicken, ebenso hier.


Ein weiß-shutteriges Eckchen bei unserer Dusche allerdings kommt noch. Hier aber warte ich noch auf einen lieben Gast, der das letzte Mal leider absagen musste.

Bis dahin,
habt es kuschelig und erfrischend,

Eure Méa, die mit allen Wassern gewaschen ist ;))

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